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Telefonterror (Sicherheit Haus & Objekt)

In der Regel werden die meisten Menschen in irgend einer Form gegen den Telefonterror vorgehen. Handlungsbedarf besteht auf jedem Fall, wenn physische und psychische Gesundheit gefährdet ist. Wenn Kinder die Opfer vom Telefonterror sind, ist zusätzlich die Gefahr von sexuellem Missbrauch vorhanden beziehungsweise der Tatbestand bereits erfüllt. Klären Sie Ihre Kinder unbedingt auf. Sie sollen grundsätzlich bei jedem Anruf den Anrufbeantworter laufen lassen, wenn sie sich der am Gerät angezeigten Anrufernummer nicht sicher sind, oder wenn gar keine Nummer angezeigt wird. Vorpubertäre Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt Anrufe entgegennehmen, bei Jugendlichen ist es wohl kaum noch zu verhindern, dass sie das Telefon im eigenen Zimmer längere Zeit okkupieren, welches die Möglichkeit darstellt, das Opfer von Telefonterror zu werden. Da Jugendliche diesbezüglich häufig verschlossen sind, ist besondere Zuwendung gefordert.

Kinder über Telefonterror informieren

Damit Ihre Kinder möglichst keinen Schaden nehmen bei einem solchen Anruf, und ein routinierter Telefonterrorist auch keine private Informationen aus den Kindern herausbekommt, sollten Sie Ihre Kinder vorbereiten und aufklären über Telefonterror. Im Rahmen der normalen Erziehung werden Sie vermutlich die Sätze zum Annehmen eines Anrufes Ihren Kindern ohnehin beigebracht haben. Sollte das Kind einen Anruf in Ihrer Abwesenheit annehmen, wäre ein Satz wie »Bitte später anrufen« angebracht, das Kind sollte nicht zu Diskussionen verleitet werden. Wenn Sie in der Nähe sind, könnte eine Antwort etwa »Moment bitte, ich hole meine Eltern« lauten. Dies können Sie spielerisch mit den Kindern üben, wie auch die Reaktion auf einen »bösen« Anrufer. Solche »Verhaltensspiele« sind auf Management-Seminaren in der Geschäftswelt sogar unter Harvard-Absolventen üblich. Vergessen Sie nicht Fragen wie »Wie heisst du denn? Wie heissen deine Eltern? Wo wohnt ihr denn?« oder »Wann bist du denn immer alleine zuhause?« mit ins Spiel zu nehmen. Kinder sollten wirklich nicht als Sicherheitsrisiko betrachtet werden, aber Kinder können ganz arglos im falschen Moment sensible Informationen verraten, bedenken Sie das.

Telefonterror über Handys

Immer jüngere Kinder oder Jugendliche haben Handys, und durch das »Simsen«, das heisst Teilnehmen an SMS-Versand und Empfang in den veschiedensten Formen, wird die Rufnummer mit der Nachricht weitergegeben. Durch die Kombination von Internet-Tätigkeiten wie Email und Chat beispelsweise, können einem Täter mit durchaus einfachen Mitteln recht umfangreiche Teenager-Topologien erschlossen werden.

Häufiges Wechseln von Handys schützt vor Telefonterror

Durch die immer moderneren Mobiltelefonen ist eine Begrenzung der Gefahr nicht mehr einsehbar. Da die Software zunehmend ähnlich wie bei handelsüblichen Computern in einem Arbeitsspeicher geladen wird, also nicht in einem Chip »gebrannt« (ROMs, PROMs, EPROMs, EEPROMs etc, einige sind mit Licht löschbar und neu programmierbar, andere werden mit einer erhöhten Spannung lösch- und wiederbeschreibbar, die Chips werden meistens hierfür in besondere Programmiergeräte gesteckt, also im Betriebszustand nicht ohne weiteres veränderbar), ist sie systembedingt für ähnliche Attacken empfindlich wie Computer im Internet. Hacks und Exploits kursieren bald nach Erscheinen eines neuen Handys im Internet, und »Script-Kiddies« ohne besondere Kenntnisse, oder eben Stalker und Telefonterroristen könnten beispielsweise das Telefonbuch eines Handys auslesen... Früher war das häufige Wechseln eines Handys eine relativ effektive Vorbeugung (Prinzessin Diana wechselte die Handys täglich, wie auch andere die sich dies leisten konnten), heute gilt in erster Linie, wenn Sie etwas zu verheimlichen haben - nicht dem Handy anvertrauen, ebenso sind Emails und Chats Tabu.

Anonymität schützt vor Telefonterror

Wenn Sie sich von vornherein gegen unerbetene Anrufe schützen wollen, sollten Sie sich nicht ins Telefonbuch eintragen - Stars und Prominente sind seit jeher gar nicht oder nicht unter ihren »richtigen« Telefonnummern gelistet. An den Klingeln und Postkästen von Prominenten finden Sie in der Regel nur Abkürzungen oder gar nichts. Stars und Prominente haben (in der Branche, Freundes- und Bekanntenkreis mitunter wohlbekannte) Geheimnummern, eine einfache und günstige Möglichkeit die aussenstehende, anonyme Öffentlichkeit fern zu halten. Eine bestehende Nummer aus dem Verzeichnis der Telekom-Auskunft löschen zu lassen oder die Nummer für den nächsten Telefonbucheintrag sperren lassen, ist zwar kostenlos aber keineswegs Garantie für eine Anonymität - Telefonterroristen oder Stalker sind gewandt in der Beschaffung von alten Telefonbüchern, Telefonauskunft-CD-ROMs und anderes Informationsmaterial. Wenn Sie sich ins Telefonbuch eintragen müssen, kürzen Sie doch Ihren Vornamen ab, bei einem Initialen ist es nicht ersichtlich ob Sie weiblichen oder männlichen geschlechts sind.

Nichtidentifizierte Anrufe bei Telefonterror nicht annehmen

Handys und moderne Festnetztelefone besitzen die Fähigkeit, die Rufnummer des Anrufers anzuzeigen. Die Übertragung des Nummers kann man aber auch unterdrücken. Nehmen Sie daher im Zweifelsfall keine Anrufe entgegen, die nicht zu identifizieren sind - wenn Sie bereits Opfer von Telefonterror sind, könnte es »Ihr« Telefonterrorist sein. Wenn Ihr Telefon eine VIP-Funktion besitzt, nutzen Sie diese. Bei der VIP-Funktion wird zu Ihrer Rufnummer eine zusätzliche Kennung aus Ziffern erwartet. Sie können individuelle Kennungen an Ihre Freunde und Bekannte verteilen, ohne Kennung kommt keiner durch, besser gesagt, die VIP-Funktion ignoriert den Anruf. Wer keinen ISDN-Anschluss besitzt, kann eine der VIP-Funktion ähnlichen Technik mit dem Gerät »Cody-Man« einsetzen. Nicht zweifelsfrei am besten ist es den Anrufbeantworter grundsätzlich eingeschaltet zu lassen, wie gerne sprechen Sie denn auf Maschinen? Wenig attraktiv für die Ansage wirkt übrigens eine Computerstimme, oder warum nicht gleich die Stimme des Elektrikers, der das Gerät installiert hat - zur Not lassen Sie doch den Hausmeister die Ansage draufsprechen...

Bei Telefonterror gleich auflegen

Wenn das Unheil passiert und ein Telefonterrorist oder Stalker bei Ihnen anruft, sollten Sie gleich auflegen. Dasselbe wenn innerhalb von ein-zwei Sekunden sich niemand meldet, manche Leute wählen die Nummer bei aufgelegtem Hörer, und heben erst ab wenn Sie antworten - ein kurzes, trockenes »Hallo« ist mehr als genug, der Anrufer (!) muss sich stets vorstellen. Ist dies nicht der Fall, können Sie grundsätzlich ruhigen Gewissens auflegen, unter keinen Umständen sollten Sie sich auf eine Diskussion einlassen. Wenn Sie das Bedürfnis haben zurückschlagen zu wollen, die Druckluft-Fanfare aus dem Fussballstadion oder eine einfache Trillerpfeife stellen hier das Äusserste dar was im gesetzlichen Rahmen noch zu vertreten ist.

Fangschaltung bei Telefonterror Beantragen

Bei andauerndem Telefonterror ist das Beantragen einer Fangschaltung fast üblich, da aber Stalker oder Telefonterroristen häufig öffentliche Telefonzellen benutzen ist eine Fangschaltung nur bedingt von Erfolg begleitet, zudem ist die Fangschaltung nicht kostenlos wenn sie nicht im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens eingerichtet wurde. Ähnlich vielversprechend ist die ebenfalls kostenplichtige Feststellung ankommender Wählverbindungen, die bei der Telefongesellschaft beantragt werden muss. Zumindest hat man so eine Topologie der Standorte, von denen aus der Täter anruft. Führen sie Protokoll über den Telefonterror und andere verdächtige Vorkomnisse, sie gelten bei Bedarf möglicherweise als Beweismittel und dienen vielleicht als Bemessungsgrundlage von Schadensersatzansprüchen bei einer Anzeige. Die können Sie erstatten wegen Beleidigung, sexuelle Belästigung, Bedrohung, Nötigung, sexueller Missbrauch von Kindern oder gar Körperverletzung.