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Einbruch (Gefahren Zuhause)200'000 Eigentumsdelikte jährlich in Form von Haus- und Wohnungseinbrüchen verursachen Schäden in schätzungsweise 500 Millionen Euro Höhe. Das heisst, alle drei Minuten wird es in ein privates Heim eingebrochen. Es ist daher knapp 4000 mal wahrscheinlicher, dass Sie einen Einbruch erleiden, als dass Sie einen Lottosechser gewinnen - und das, unabhängig davon, ob Sie wollen oder nicht. Einbrecher als Täter von Eigentumsdelikten wollen, im gegensatz zu Gewalttätern die es auf eine bestimmte Person abgesehen haben, oder andere Straftäter die auf die öffentliche Aufmerksamkeit aus sind, kein Aufsehen erregen, nicht erkannt werden und in erster Linie sich selbst materiell bereichern. Einbrecher versuchen sich wie andere Freiberufler auch, zu qualifizieren - Diskussionen über das »Einsteigen« in einschlägigen Kreisen gehören zum Tagesthema. Es gibt immer einen Spezialisten, der Ihre Alarmanlage besonders kennt, der die Marke und das Modell Ihres Türschlosses schnell knacken kann etc. Die angesehenen »alten Hasen« haben nur ein müdes Lächeln übrig für Täuschungsmanöver wie zeituhrgesteuerte Lichtschalter und die ganze Nacht laufende Fernseher ohne jegliche andere Aktivitäten, Aufkleber von Sicherheitsfirmen die es gar nicht gibt, oder die während der Auskundschaftung kein einziges mal erscheinen etc. Richtige Einbrecher arbeiten schon beinahe wie Detektive - Objekt überwachen, auskundschaften der örtlichen Gegebenheiten, erfassen der Lebensgewohnheiten der Einwohner, Dokumentation der vorhandenen Sicherheitstechnik usw. Dazu gehören Bildaufnahmen, Pläne von Alarmanlagen und Schliessvorrichtungen, Anfahrtwege der Polizei und Sicherheitsfirmen, Telefonnummer erkunden und anrufen mit windigen Begründungen... Anrufbeantworter verraten bisweilen genau das, was Einbrecher wissen wollen - wenn die »Band«ansage Auskunft gibt über Ihre Arbeits- und Urlaubszeiten. Einbruch in MehrfamilienhäusernBei Mehrfamilienhäusern wird vor dem Einbruch nochmal geklingelt - wenn keiner aufmacht, wird wohl keiner zuhause sein. Auf ähnliche Weise können »Raids« in ganzen Treppenhäusern durchgefüht werden. Den Zugang erhalten sie mittels Anklingeln und sprüche wie »Post!«, »UPS«, »DHL Paketdienst!«, »Lieferung!«, »Sendung für Frau X, können Sie bitte aufmachen!« etc, oder warten einfach bis jemand das Haus verlässt und schleichen sich schnell hinein bevor die Türe zuschlägt. Zunächst laufen die Einbrecher im Lauschgang die Treppe hoch, wobei kurz bei jeder Wohnung erst einmal auf hörbare Aktivität geprüft wird. Dann wird systematisch von oben nach unten angeklingelt, gibt es keine Reaktion, wird wohl keiner zuhause sein. Manche Türen sind bereits mit leichtem Werkzeug aufzubrechen, und das innerhalb von wenigen Sekunden. In den oberen Stockwerken von Etagenwohnungen werden natürlich die Wohnungstüren direkt aufgebrochen. Wohnungen im Erdgeschoss oder Hochparterre sind ausserdem an den Fenstern, Balkon- und Terrassentüren gefährdet. Einfamilienhäuser sind zusätzlich durch die Keller- und Hintertüren sowie den Lichtschächten und Kellerfenstern besonders gefährdet. Wachhunde werden durch KO-Tropfen auf Fleischbrocken betäubt, direkt mit Sprühmittel oder gar durch Elektroschocker ausser gefecht gesetzt. Sollten Sie mal nicht auf ein Klingeln an der Tür reagiert haben, und es bricht jemand in Ihre Wohnung ein, haben Sie in der Regel gute Chancen unverletzt zu bleiben, sofern Sie nicht versuchen Rambo zu spielen. Einbrecher lassen sich auf offene Konfrontationen normalerweise nicht ein, und gehen damit das Risiko eines Augenzeugen oder festgehalten zu werden aus dem Weg. Bei Gefahr wehren sich schwere Jungs jedoch mit äusserster Entschlossenheit und scheuen sich nicht davor im Notfall auch Gewalt einzusetzen. Einbruch mit FrontalangriffErwähnenswert ist auch die zunehmende Unsitte, selbst wenn das Opfer mit vorgelegter Kette oder Sperrbügel aufmacht, die Kette mit einem Bolzenschneider zu trennen und anwesende Personen gleich bewusstlos zu schlagen oder zumindest per Waffengewalt zu drohen, fesseln und knebeln. Es sollen auch Opfer mit Chloroform auf einem Tuch getränkt und über Mund und Nase gedrückt, betäubt worden sein. Solche Betäubungsattacken können tödlich ausgehen. In diesem Zustand sind auch Vergewaltigung und Missbrauch möglich. Lediglich ins Schloss gezogene, das heisst, nicht per Schlüssel extra abgeschlossene Türen sind ein Kinderspiel aufzukriegen. Gekippte Balkon- und Terrassentüren, Fenster und Oberlichter lassen sich sogar mit einfachen Mitteln wie einer Schlinge leicht öffnen. Balkoneinbrüche sind eine Anfängerdisziplin und daher auch sehr verbreitet. Wenn die Brüder erst mal drin sind, suchen sie zunächst nach wertvolle leichte Beute wie Bargeld, Sparbücher und Kreditkarten mit zugehörigen PINs und Passwörtern, Schmuck und Juwelen, Kameras, Notebooks, Laptops, PDAs und Handys. DVD-Recorder und Plasmabildschirme haben Videorecorder und Röhrenfernseher in der Beliebtheit abgelöst. Je nach Situation nehmen sie aber auch Pelze, Teppiche, Antiquitäten und Möbel ebenfalls mit. |
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